Frühkindliche Bildung in der Schweiz
Newsletter 4/2010 der Schweizerischen UNESCO-Kommission
UNESCO I
Nationaler Bildungsplan für Krippenkinder gefordert
Die Schweizerische UNESCO-Kommission und das Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz fordern gemeinsam die Erarbeitung eines nationalen Bildungsplanes für den frühpädagogischen Bereich. Bildungspläne für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung beschreiben einerseits ein gemeinsames Grundverständnis bezüglich der Bildung sowie der Erziehung und Betreuung junger Kinder, andererseits legen sie Ziele und Inhalte der Bildungsförderung fest. Dabei geht es weder um einen "Lehrplan" noch um die "Verschulung der frühen Kindheit", sondern um ein Instrument zur Orientierung, wie sich das neue Bildungsverständnis ab "Geburt" inhaltlich füllen und in der Praxis realisieren lässt. Die wissenschaftliche Leitung für die Erarbeitung des Schweizer Bildungsplans liegt beim Marie Meierhofer Institut für das Kind. Weitere Informationen finden Sie hier.
Literatur
Empfehlungen der Jacobs Foundation für eine bessere Frühförderung
Die Jacobs Foundation hat ein Themenpapier zur frühkindlichen Bildung veröffentlicht. Neben einem Interview mit der Entwicklungspsychologin Heidi Keller fasst es die an einem Roundtable der Stiftung im Mai 2010 diskutierten Empfehlungen für wirksame Frühförderprogramme zusammen und verweist insbesondere auf den positiven Effekt der Frühförderung auf die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Das Paper kann hier eingesehen werden.
Veranstaltung I
Fachtagung "Früh gefördert - gut gestartet"
Am 06. November 2010 organisiert der Gesundheitsdienst der Stadt Bern zur Halbzeit des Pilotprojekts "primano" eine Praxistagung zur Zukunft der Frühförderung. Der Vormittag ist Referaten und Erfahrungsberichten zu Frühförderungsprojekten in der Schweiz und in Holland gewidmet, nachmittags finden Workshops statt, die Impulse zur Projekteinführung, Weiterentwicklung und Implementierung von Angeboten der Frühförderung geben möchten. Anmeldefrist für die Tagung ist der 20. September 2010. Der Anmeldetalon sowie weitere Veranstaltungstipps sind auf unserer Webseite abrufbar.
Weiterbildung
"Bildungsarbeit mit Vorschulkindern – wie sieht die aus?"
Mit dem 4-tägigen Kurs vermittelt die private Weiterbildungsinstitution kindundbildung.ch Basiswissen zur Bildungsarbeit mit Kindern im Vorschulbereich. Mit Hilfe von Praxisbeispielen wird die Anregung zur individuellen Umsetzung des Wissens durch die Kursteilnehmer angestrebt. Der Kurs richtet sich an Kleinkinderzieherinnen und -erzieher, sowie an weitere in Kindertagesstätten tätige Fachpersonen. Informationen zu diesem und weiteren Weiterbildungsangeboten finden Sie hier.
Veranstaltung II

Internationale Messe zur Zukunft des Bildungssystems
Vom 27. - 29. Oktober 2010 findet an der Messe Basel die Worlddidac 2010 statt. Die internationale Bildungsmesse steht dieses Jahr unter dem Motto "Zukunft Bildung" und vermittelt in einer Kombination von Ausstellung, Foren, Podiumsgesprächen, Seminaren und Weiterbildungsworkshops neuste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Szenarien zum Wandel des Bildungssystems. Im Zentrum stehen die Themenschwerpunkte neue Technologien und Medien, der Wandel der Berufsbildung, Bildung und nachhaltige Entwicklung sowie klassische und alternative Formen im Kindergarten und in der Frühpädagogik. Informationen zu dieser und weiteren interessanten Veranstaltungen finden Sie hier.
UNESCO II

Manifest "Arts&Education"
Die Schweizerische UNESCO-Kommission engagiert sich nicht nur im frühkindlichen Bereich für eine adäquate und qualitative Bildung von Kindern. Auch die Förderung von kultureller und künstlerischer Bildung, zusammengefasst im Schwerpunktprojekt "Kunst&Bildung", gehört zu den Zielen der Organisation. Im Juni 2010 hat die Kommission, gemeinsam mit über 200 Personen aus Kultur, Bildung und Politik, das Manifest "Arts&Education" lanciert, das bis 2020 einen "quantitativen und qualitativen Sprung in der kulturellen und künstlerischen Bildung im Schweizer Bildungssystem" fordert. Dabei soll jedes Kind schon frühzeitig und während seiner gesamten Schulzeit, ungeachtet seiner sozialen Herkunft, seines Wohnortes und der von ihm besuchten schulischen Einrichtung, in den Genuss einer qualitativ hochstehenden kulturellen und künstlerischen Bildung kommen. Weitere Informationen zum Manifest – welches Sie on-line unterschreiben können - sowie der neu aufgeschalteten Informationsplattform "KUSS- Kunst und Schule Schweiz" finden Sie hier.

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