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Frühkindliche Bildung in der Schweiz

Newsletter 1/2012 der Schweizerischen UNESCO-Kommission

Aktuell I

OECD-Studie empfiehlt verbindliche Minimalnormen für die Integration von Kindern und Jugendlichen
Der am 14. Februar veröffentlichte Bericht der OECD empfiehlt der Schweiz, kantonsübergreifend verbindliche Minimalnormen für Integrationsmassnahmen zu entwickeln. Diese Massnahmen sollen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen in den Arbeitsmarkt fördern und allfällige Benachteiligungen verhindern. Die vorschulische Erziehung ist offenbar ein Bereich, der für Immigrantenkinder besondere Vorteile mit sich bringt. Dies zeigen Forschungen aus mehreren OECD-Ländern. Die vorschulische Erziehung ist jedoch in der Schweiz gegenwärtig stark unterentwickelt, insbesondere für Kinder im für die Integration entscheidenden Alter von drei und vier Jahren.

UNESCO I

Bericht des Treffens von Akteuren der frühkindlichen Bildung aus der französisch- und italienischsprachigen Schweiz
Im letzten Newsletter hat Pierre Varcher auf Inhalt, Ziele und Ergebnisse der Begegnung der Akteure der Frühkindlichen Bildung aus der Romandie und der italienischsprachigen Schweiz Ende November in Genf berichtet. Nun ist auch der Bericht zu diesem spannenden Anlass auf unserer Seite online geschaltet und steht – in französischer Sprache – zum Download bereit. Sie finden diesen hier.

UNESCO II

Artikel von Dieter Schürch im Psychoscope
Dieter Schürch, Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission, hat für die Februar-Ausgabe von Psychoscope (Fach- und Verbandszeitschrift der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, FSP) einen Artikel zum frühkindlichen Lernen und dessen Auswirkungen auf den Schulerfolg verfasst. Den Artikel mit dem Titel "Meglio prima... Ridurre le disparità sociali attraverso la qualità dell'apprendimento" finden Sie in italienischer Sprache mit deutscher und französischer Zusammenfassung hier.

UNESCO III

Der Einfluss der Kinderrechtskonvention auf FBBE
Susi Kuratli Geeler hat im Rahmen ihres Studiums der Erziehungswissenschaften an der Universität Zürich den Einfluss der UN-Kinderrechtskonvention auf die FBBE untersucht. Mit Hilfe einer akteurszentrierten Dokumentenanalyse konnte sie aufzeigen, dass die Kinderrechtskonvention durchaus einen Einfluss auf die Etablierung der FBBE ausgeübt hat. "Durch die Konvention und das formulierte Recht auf Bildung und Chancengleichheit wurden die UNO und ihre Sonderorganisation UNESCO im Bereich der frühkindlichen Bildung aktiv. Ihnen kann eine erste katalysatorische Wirkung im Entwicklungsprozesse der FBBE zugeschrieben werden", so Geeler. Als federführend für den nationalen Diskurs zur FBBE bezeichnet die Autorin die Schweizerische UNESCO-Kommission. Die gesamte Studie sowie eine Grafik zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

Aktuell II

Ideenschublade für Erziehungsfragen

Ideenschublade für Erziehungsfragen
Seit acht Jahren begleitet der Verein Familienbegleitung des Kantons Freiburg Eltern in ihrer Erziehung und vermittelt wichtiges Wissen zur Kinderbetreuung. Die mit dieser Betreuungsarbeit gewonnenen Erfahrungen sind nun in die "Ideenschublade" eingeflossen. Das Kartenset vermittelt spielerisch Kompetenzen in der Kindererziehung und fasst dabei die häufigsten Themenbereiche der Beratungsstelle zusammen: 5 Karten beschreiben die pädagogische Realität der heutigen Familien, 30 weitere helfen, konkrete Alltagssituationen zu meistern. Die Ideenschublade kann für 20 CHF direkt beim Verein bestellt werden: contact@educationfamiliale.ch. Weitere Projekte zur frühkindlichen Bildung in der Schweiz finden Sie hier oder auf unserer Projektplattform.

Studie I

Ländermonitoring frühkindliche Bildungssysteme

Ländermonitoring frühkindliche Bildungssysteme
"Frühe Bildung nutzt dem einzelnen Kind und unserer Gesellschaft nur, wenn die Qualität der Bildungspraxis stimmt. Deshalb brauchen wir genügend und hoch qualifiziertes pädagogisches Personal in den Kitas", schreibt Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, zum neuen Länderreport Frühkindliche Bildung 2011. Die Bertelsmann Stiftung untersucht jährlich den Status quo des Systems der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland und fasst die Ergebnisse in einem Report zusammen. Der Länderreport 2011 widmet sich dem Schwerpunktthema "pädagogisches Personal in KiTas" und hat aktualisierte Daten aus der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik Deutschlands sowie Ergebnisse einer aktuellen Befragung aller zuständigen Länderministerien verarbeitet. Die Zahlen zeigen: Deutschland droht im frühkindlichen Bildungssystem ein Fachkräftemangel. Gerade mal jede fünfte Kita in Deutschland verfügt über einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin mit pädagogischem Hochschulabschluss. Hinzu kommt, dass Betreuungsstellen meist nur Teilzeit besetzt sind und der Altersdurchschnitt der Angestellten kontinuierlich ansteigt: Bereits über 40% der BetreuerInnen sind zwischen 40 und 55 Jahren alt, Tendenz steigend. Den ganzen Länderreport 2011 können Sie hier einsehen.

Politik

Heilpädagogische Früherziehung und FBBE
Der Berufsverband der Früherzieherinnen und Früherzieher der deutschen, rätoromanischen und italienischen Schweiz (BVF) zeigt in einem Positionspapier Unterschiede und Gemeinsamkeiten der frühen Förderung und der Heilpädagogischen Früherziehung auf. Dabei wird klar: Die beiden Bereiche überschneiden sich grösstenteils und streben ähnliche Ziele wie beispielsweise die Chancengleichheit an. Dennoch muss aber klar unterschieden werden, da sich die Heilpädagogische Früherziehung ausschliesslich an Kinder mit besonderen Bedürfnissen richtet. Dass diese Unterscheidung nicht immer ganz einfach ist, zeigt auch das Glossar der Schweizerischen UNESCO-Kommission, das Sie hier aufrufen können. Das Positionspapier des BVF steht hier zum Download bereit.

Weiterbildung

Weiterbildungskurs Entwicklungsphase 0-3
Der Weiterbildungskurs der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften vermittelt Fachpersonen der Sozialen Arbeit und verwandter Disziplinen das nötige Fachwissen zur Entwicklungspsychologie der frühen Kindheit. Ausgehend von zentralen Entwicklungsaufgaben (z.B. Bindung, Sprachentwicklung, physiologische und emotionale Regulation) und entwicklungsbedingten Bedürfnissen in den ersten drei Lebensjahren werden mögliche Entwicklungsprobleme und -störungen aufgezeigt und mit speziellen Anforderungen und Belastungen in Familien in Zusammenhang gebracht. Die Kursteilnehmenden sollen lernen, Entwicklungsprobleme und familiäre Risikofaktoren aber auch Anzeichen von Ressourcen und Resilienz wahrzunehmen und einzuschätzen, um auf dieser Basis Interventionen planen zu können. Der Kurs beginnt am 16. Mai 2012 und zieht sich über sieben Kursdaten. Anmeldefrist: 23. März 2012. Dieses und weitere Aus- und Weiterbildungsangebote finden Sie hier.

Studie II

Schlechtes Ergebnis für Schweizer Krippen
Seit Juni 2009 läuft am Marie Meierhofer Institut für das Kind das Projekt "Bildungs- und Resilienzförderung 
im Frühbereich". In Rahmen dieses Projektes hat das MMI 74 Gruppen in 38 Deutschschweizer Krippen ausgewertet. Das nun im Tages-Anzeiger publizierte Ergebnis ist ernüchternd: Über die Hälfte aller Gruppen erreichte nur knapp das Mittelmass und keine der Krippen wurde als gut befunden. 20 Gruppen galten gar als unzureichend. Obschon das Messmittel dieser Tests – die Krips-Skala – wissenschaftlich umstritten ist, zeigt sich für das MMI mit diesen Ergebnissen, wie stark die pädagogische Qualität von Krippen in der Schweiz variieren kann. Die Qualitätsschere öffne sich immer mehr und um ihr entgegen zu wirken, brauche es besser ausgebildetes Personal und bessere Regelungen zur Sicherung pädagogischer Qualität, halten Heidi Simoni und Talin Stoffel fest. Den ganzen Zeitungsartikel und weitere Medienbeiträge zum Thema FBBE können Sie hier lesen.

Schlechtes Ergebnis für Schweizer Krippen

Literatur

Frühe Bildung - Bedeutung und Aufgaben der pädagogischen Fachkraft
Das deutsche Projekt "Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)" hat bereits zahlreiche Wegweiser für Pädagoginnen und Pädagogen im Frühbereich veröffentlicht. Die neuste Publikation widmet sich der grossen Bedeutung der Qualität der Betreuung im frühkindlichen Bildungsprozess und zeigt auf, welche Kompetenzen frühpädagogische Fachkräfte benötigen, um diesen zu unterstützen. Den Wegweiser können Sie kostenlos auf unserer Literaturseite downloaden.

Projekte I

Bildungslandschaften Schweiz
Das von der Jacobs Foundation lancierte Pilotvorhaben "Bildungslandschaften Schweiz" widmet sich der Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen ausserschulischen und schulischen Akteure gestärkt und bestmöglichst zur Förderung von Kindern verbunden werden kann. Das Projekt zielt darauf ab, Bildungsgerechtigkeit zu schaffen und eine umfassende Bildungsqualität sicherzustellen. Ab 2012 sucht die Stiftung drei Pilotkantone mit je drei Pilotgemeinden. Das Konzept dieses Projektes steht auf unserer Projektseite für Sie zur Einsicht bereit.

Projekte II

Frühe Förderung in Baselland und Bern
Seit 1999 setzt sich die Gesundheitsförderung Baselland mit dem Thema Frühe Förderung auseinander und bietet verschiedene Projekte für Kinder der Vorschulstufe und deren Eltern an. In der aktuellen Ausgabe ihres Bulletins diskutiert die kantonale Abteilung die Frühe Förderung: Nebst einem Interview mit Heidi Simoni (Marie Meierhofer Institut für das Kind) beschreibt das Heft Angebote der frühen Förderung in den Kantonen Bern und Baselland wie beispielsweise das Projekt "Vitalina", das Eltern mit Kindern im Vorschulalter den Zugang zu wichtigen Gesundheitsinformationen ermöglicht. Das Bulletin steht hier zum Download bereit.

Projekte III

DVD zur frühen Sprachförderung in Basel

DVD zur frühen Sprachförderung in Basel
Gemeinsam mit dem Forum Bildung und der Jacobs Foundation hat das Erziehungsdepartement Basel-Stadt einen Film produziert, der das Frühförderungsprojekt "Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten" des Kantons dokumentiert. Während sich der erste Teil des Film mit den Rahmenbedingungen des Projektes auseinandersetzt, versucht der zweite Teil Anregungen für die Praxis zu geben. Am 8. März 2012 findet in Winterthur die Filmvernissage mit einem anschliessenden Podiumsgespräch zum Thema frühe Sprachförderung statt. Weitere Informationen zum Basler Projekt "Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten" finden Sie hier.

Aktuell III

Neue Webseite des Netzwerkes "Frühe Kindheit"

Neue Webseite des Netzwerkes "Frühe Kindheit"
Vor einem halben Jahr ist an der Pädagogischen Hochschule Thurgau der Masterstudiengang "Frühe Kindheit" gestartet. Der Studiengang wird begleitet von einem Kompetenznetzwerk, dessen Ziel es ist, Wissenschaft und Praxis zu verbinden. Dieses Netzwerk informiert nun auch online über eigene Forschung, Entwicklung und Publikationen und zwar über die neu eingerichtete Webseite www.fruehekindheit.ch.

Machen Sie mit!

© Stefanie Hofschlaeger / PIXELIO, http://www.pixelio.de
© Stefanie Hofschlaeger / PIXELIO, www.pixelio.de

Möchten Sie auf eine spannende Veranstaltung im Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung aufmerksam machen? Arbeiten Sie bei einem Projekt mit, dass FBBE gezielt stärken will und möchten Sie, dass wir darüber informieren? Gerne! Falls Sie Projekte oder Veranstaltungen aus der Romandie, dem Tessin oder der Deutschschweiz kennen, die auf unserer Webseite oder in unserem Newsletter publiziert werden sollten, dann nehmen Sie doch mit uns Kontakt auf: Eine Mail mit allen wichtigen Informationen zu Veranstaltung oder Projekt an klausener@advocacy.ch genügt (Veröffentlichung der Informationen nicht gewährleistet).

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