Frühkindliche Bildung in der Schweiz
Newsletter 1/2010 der Schweizerischen UNESCO-Kommission
Politik I
Kritik angenommen- KiBeV wird angepasst: Die letztes Jahr in die Vernehmlassung geschickte Kinderbetreuungsverordnung (KiBeV) wird neu ausgearbeitet. 25 Kantone, 9 politische Parteien und 42 Organisationen haben beim EJPD eine Vernehmlassungsantwort eingereicht. Positiv aufgenommen wurden unter anderem die angestrebte Professionalisierung und Qualitätssicherung bei der Fremdbetreuung von Kindern. Für Kritik sorgten die als Überregulierung und als Eingriff in die elterlichen Kompetenzen empfundenen Bestimmungen zur familienexternen Kinderbetreuung. Der gesamte Vernehmlassungsbericht lässt sich hier abrufen.
Veranstaltung

Am 27. März findet in Winterthur erstmals ein Elternbildungstag statt. Der Leitsatz "Stark durch Erziehung- Bilden für die Zukunft" prägt die Veranstaltung: Eltern sollen in ihrer Erziehungsarbeit angeregt und unterstützt werden. Eine Einführung in die Bedeutung der frühen Förderung wird im Workshop von Christine Tschannen angeboten. Diese und weitere interessante Veranstaltungen finden Sie hier.
Ausbildung
Ab dem Herbstsemester 2011 kann an der Pädagogischen Hochschule Thurgau der Masterstudiengang "Frühe Kindheit" (MA FK) belegt werden. Die PHTG bietet diesen in Kooperation mit der Universität Konstanz an. Gemeinsam mit dem Studienangebot wird ein Kompetenzzentrum "Frühe Kindheit" gebildet, das Theorie und Praxis vereinen soll. Weitere Informationen hier.
Politik II
Voraussichtlich am 26. Februar 2010 wird der Verband der Kindertagesstätten Schweiz (KitaS) gemeinsam mit der Gewerkschaft vpod die Petition "Kinderbetreuung fair finanzieren" einreichen. Die Petition fordert eine qualitativ hochstehende Kinderbetreuung, die sich am Wohl des Kindes ausrichtet und bezahlbare Betreuungsplätze für alle schafft. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen jährlich mindestens 1% des BIP an öffentlichen Geldern bereitgestellt werden. Die Petition kann online unterzeichnet werden. Weitere Informationen zur Petition sind hier zusammengetragen.
UNESCO
Jährlich berichtet die UNESCO über den Zwischenstand der vor 10 Jahren von der Weltgemeinschaft in Dakar vereinbarten Bildungsziele. Der diesjährige Weltbildungsbericht steht unter dem Titel "Ausgeschlossene einbinden" und fokussiert insbesondere die Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung in den untersuchten Ländern. Aufgrund der Feststellung, dass das Ziel "Grundschulbildung für alle" bis 2015 nicht erreicht werden kann, kritisiert der Bericht die fehlende Bekämpfung von Ungleichheiten im Bildungssystem der untersuchten Regierungen. Der gesamten Bericht auf Französisch und Englisch sowie eine Zusammenfassung (auch in Deutsch verfügbar) können hier heruntergeladen werden.
Politik III
Nationalrätin Jacqueline Fehr hat eine Motion eingereicht, welche im Bildungsbereich den gezielten Wissensaustausch zwischen der Schweiz und Schweden fordert. Schweden gilt als Vorreiter in der Bereitstellung von frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) und hat entsprechende Angebote bereits seit den 90er Jahren fest im Bildungssystem verankert. Die Motion wurde bisher noch nicht beantwortet. Dieser und weitere Vorstösse finden Sie hier.
Schon gewusst?
Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) ist auch Gesundheitssache: Ein wichtiger Faktor für eine Benachteiligung im Bildungssystem kann soziale Ungleichheit sein. Wie verschiedene Studien zeigen, profitieren Kinder aus bildungsfernen Schichten denn auch in starkem Mass von frühkindlicher Bildung. Soziale Ungleichheit kann aber nicht nur für ungleiche Bildungschancen, sondern auch für ein Defizit in der Gesundheitsförderung sorgen. Die Bertelsmann Stiftung (D) schenkt diesem Umstand mit dem Projekt "Kitas bewegen" besondere Beachtung: Ziel des in den letzten drei Jahren durchgeführten Projektes war die Verknüpfung der beiden Bereiche Bildung und Gesundheit, um die Qualität in Kindertageseinrichtungen zu verbessern. In der Schweiz setzt sich die Gesundheitsförderung Schweiz für dieses Anliegen ein. Sie hat bereits mehrere Projekte zu dieser Thematik initiiert und begleitet, so beispielsweise die Informationsplattform "Bewegter Lebensstart" oder das Projekt "schnitz und drunder" der Gesundheitsförderung Baselland. Die Gesundheitsförderung Schweiz wird deshalb auf unserer Seite kurz vorgestellt.

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